Dennis Blair, Direktor der U.S. national intelligence, hat in seinem Jahresbericht mehrere mögliche Konfliktherde im Europäischen Raum identifiziert. Neben dem Balkan könnten im Kaukasus ungelöste Konflikte eskalieren, so Blair Mitte dieser Woche bei der Vorstellung seines Bericht vor dem Senat in Washington. Der Bericht deckt sich mit der Einschätzung aus dem Jahr zuvor.
Als Krisenherde nannte Blair dabei Bosnien, den Kosovo, die Konflikte um die abtrünnigen Teilrepubliken in Georgien sowie den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Enklave Berg-Karabach.
Wie es in dem Bericht weiter heißt, stellten diese Konflikte die größte Bedrohung für die Sicherheit in Europa im Jahr 2010 dar. Russland verharre zugleich in einer Mentalität, die der aus der Zeit des Kalten Krieges entspreche, so der Bericht weiter.
Der eingefrorene Konflikt zwischen Russland um die abtrünnigen Teilrepubliken und zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Enklave Nagorno-Karabach könne leicht zu einem neuen Blutvergießen führen, so der Bericht weiter. Die ausgeweitete militärische Präsenz Russlands in der abtrünnigen Teilrepubliken Südossetien in Georgien und sporadische Gewaltakte steigerten das Risiko einer falschen Einschätzung oder einer Überreaktion, die zu einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen führen könnte.
Blair kam zu der Einschätzung, dass sich das Verhältnis zwischen den USA und Russland im ersten Jahr der Amtszeit von Barack Obama verbessert hätten. Das Bild des großen Nachbarn der EU zeige aber Anlass zur Sorge. Grund dafür sei die Tatsache, dass Russland die Beziehungen zu den Nachbarn immer noch wie in der Zeit der Sowjetunion betrachte. Russland setze sein Militär ein, um seinen Status als Supermacht unter Beweis zu stellen. Dies zeige die Wiederaufnahme der Flüge interkontinentaler Bomber, großer Manöver und weitreichender Seemanöver.
Zudem weite Russland seine geheimdienstlichen Tätigkeiten weiter aus und richte sie weltweit gegen die Interessen der USA, so Blair weiter. Dazu gehöre auch Industriespionage. Interpressnews, 06.02.2010
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