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Französischer Botschafter klagt über Auftauchen in gefälschter Sendung zu russischem Einmarsch in Georgien
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Der französische Botschafter in Georgien, Eric Fournier, hat sich über den Gebrauch einer Aufnahme von ihm in dem gefälschten Beitrag des regierungstreuen Fernsehsenders Imedi TV über einen angeblichen Einmarsch russischer Truppen in Georgien beklagt. Ähnliches hatte bereits zuvor auch der britische Botschafter Dennis Keefe getan, dem ebenso Äußerungen zugeschrieben worden waren, die er nicht getätigt hatte.
Brief an Vertrauten von Saakaschwili
Fournier hat sich in einem Brief an den Direktor des regierungstreuen Senders, Giorgi Arweladse, gewandt. Arweladse war früher Mitglied der georgischen Regierung und ist enger Vertrauter des Präsidenten Saakaschwili.
Wie der Nachrichtendienst Civil Georgia nun berichtet, habe sich Fournier „überrascht“ darüber gezeigt, dass Aufnahmen von ihm aus dem Archiv in der gefälschten Sendung erschienen waren. Ebenso wie andere Diplomaten nannte Fournier die Sendung des regierungstreuen Senders „vollkommen unverantwortlich.“
Sendung habe Ruf des Senders beschädigt
Wie Fournier weiter ausführte, habe dieser Fall den Ruf des Senders „beschädigt“ und zu grundlegenden Fragen geführt, um die sich die Nationale Regulierungskommission für Kommunikation kümmern sollte.
Regulierungskommission fordert Eingeständnis des Senders
Die Regulierungskommission hatte am Montag dem Sender aufgegeben, sich für die gefälschte Sendung zu entschuldigen. Zudem solle in der Hauptsendezeit der Nachrichten eine Mitteilung verlesen werden, dass Imedi gegen das Gesetz zum Betrieb von Fernsehsendern in Georgien verstoßen hat.
Mehrere Botschafter mit gefälschten Äußerungen
Der regierungstreue Sender hatte Aufnahmen gezeigt, die mehrere Botschafter in Gesprächen mit Reportern zeigten. In der georgischen Übersetzung hieß es dazu, es habe ein Treffen des georgischen Außenministers mit den Botschaftern gegeben, in dem dieser die Botschafter über den Stand des Einmarschs der russischen Truppen in Georgien informiert hätten.
Britischer Botschafter nannte Verhalten unhöflich
Dazu waren auch Aufnahmen des britischen Botschafters Dennis Keefe verwendet worden. Dieser hatte diesen Missbrauch als ihm gegenüber „unhöflich“ bezeichnet. Ebenso war der tschechische Botschafter gezeigt worden.
US-Botschafter: Nicht konstruktiv
Bereits am Tag nach der Ausstrahlung hatte sich der Botschafter der USA, John Bass, zu Wort gemeldet. Auch wenn diese Sendung den Charakter einer Fiktion gehabt habe, so sei dies nicht konstruktiv bei dem Versuch, die realen Sicherheitsprobleme Georgiens zu lösen.
OSZE: Sendung war unverantwortlich
Die Beauftragte der OSZE für Pressefreiheit, Dunja Mijatovic, hatte die gefälschte Sendung des regierungstreuen Senders bereits am Wochenende als „unverantwortlich“ bezeichnet.
EUMM: Sendung war unverantwortlich
Auch die Mission der EU in Georgien (EUMM) bezeichnete die Sendung von Imedi als unverantwortlich.
Sprecherin von Saakaschwili: Internationale Gemeinschaft soll sich nicht um gefälschte Sendung kümmern
Die Pressesprecherin des Präsidenten forderte die internationale Gemeinschaft auf, sich nicht um die gefälschte Sendung zu kümmern, sondern um das Verhalten Russlands in Georgien. Zudem stritt sie ab, dass Präsident Saakaschwili von der Sendung vorab wusste. Nach Recherchen georgischer Journalisten soll Saakaschwili die Sendung vorab gesehen und angeordnet haben, dass es keine Untertitel geben darf, die auf einen fiktiven Charakter der Sendung hinweisen.
Gleichzeitig: Unwetter, Stromausfall, Tote
Im gleichen Zeitraum, in dem die Regierung Saakaschwili Wert darauf legt, mit erheblichem Aufwand eine gefälschte Sendung zur Erzeugung von Panik zu senden und später Schadensbegrenzung zu betreiben, sind nach Unwetter Teile Georgiens von der Außenwelt abgeschnitten, mehr als 100.000 Menschen in Georgien ohne Strom und 3 Menschen durch die Unwetter in Georgien ums Leben gekommen. Civil Georgia / Interpressnews, 17.03.2010
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